Shannon Flughafen

Der Flughafen Shannon (engl. Shannon International Airport, ir. Aerfort na Sionna, IATA: SNN, ICAO: EINN) ist ein internationaler Flughafen im Westen Irlands. Er liegt am gleichnamigen Fluss, 3 km vom Ort Shannon, 24 km von Limerick und 90 km südöstlich von Galway.

Verkehrsanbindung

Es gibt keinen Bahnhaltepunkt, sondern nur eine Anbindung an das Bus-Netz. Taxen und Mietwagen stehen ebenfalls zur Verfügung. Die Fahrzeit nach Galway beträgt ca. 2 Stunden, nach Limerick ca. 30–50 Minuten, nach Ennis ca. 30 Minuten und nach Doolin ca. eineinhalb Stunden.

Geschichte

1935 beschloss die Regierung den Ausbau des transatlantischen Luftverkehrs. 1937 fand ein erster Flug von Neufundland zum Flugboothafen Foynes auf dem Shannon-River statt, zwei Jahre später erfolgte ein Testflug zum neuen Flugplatz Rineanna. Obwohl während des Zweiten Weltkrieges die zivile Luftfahrt eingestellt wurde, wurde der Flugplatz weiter ausgebaut. Nach Ende des Krieges ersetzten die Fluggesellschaften ihre Flugboote durch Landflugzeuge. Seitdem spielte der Flughafen Shannon eine wichtige Rolle im transatlantischen Flugverkehr.

Am 16. September 1945 fand der erste reguläre Flug statt, der von Gander auf Neufundland ausging. Zu dieser Zeit war die Reichweite der Flugzeuge je nach Typ noch auf ca. 4000 bis 6000 Kilometer beschränkt, weswegen die kürzeste Verbindung zwischen Westeuropa und dem Osten Nordamerikas genutzt werden musste. Zunächst diente Shannon daher bis in die 1960er-Jahre als Zwischenstopp für viele Fluggesellschaften, da die geringe Reichweite der Jets keine Nonstop-Flüge zuließ. Gegen Ende der 1950er-Jahre kamen die ersten Verkehrsflugzeuge mit ausreichender Reichweite zum Einsatz und die Bedeutung Shannons als transatlantisches Drehkreuz ging zurück, weil die großen Flughäfen nun nonstop zu erreichen waren.

Fluggesellschaften und Ziele

Shannon verfügt neben einigen regionalen und teils saisonalen europäischen Verbindungen auch über eine für seine Größe bemerkenswerte Zahl an Langstreckenverbindungen nach Nordamerika. So fliegt Aer Lingus nach New York-JFK und nach Boston, United Airlines bedient zudem New York-Newark. Delta Airlines fliegen nach New York-JFK und American Airlines fliegen nach Philadelphia. Eine große Rolle spielt hierbei die hohe Zahl von Heimatbesuchen durch Iren, die in den USA leben. British Airways nutzt den Flughafen als Tankstopp für Transatlantikflüge zwischen dem London City Airport und JFK mit einem speziell umgebauten Airbus A318. Während dieses Zwischenstopps findet die Einreiseabfertigung in die USA durch die amerikanische Grenzschutzbehörde statt, so dass die Passagiere nach der Ankunft in New York ohne weitere Formalitäten einreisen können.

Militärische Nutzung

Die USA nutzten den Flughafen bis Mitte 2006 für Truppentransporte zu Kampfeinsätzen in Afghanistan und dem Irak. Allein im ersten Quartal 2006 hatten über 160.000 Soldaten den Flughafen passiert, was gegenüber dem Vorjahr eine Verdopplung bedeutete. Damit war Irland ein wichtiger Durchgangspunkt für US-Truppen auf dem Weg in den Nahen Osten.

Während der Betriebszeit des Space Shuttle der NASA war der Flughafen ein möglicher Notlandeplatz im Falle einer außerplanmäßigen Landung.

Zwischenfälle

Von 1943 bis Januar 2020 kam es am Flughafen Shannon und in seiner näheren Umgebung zu 17 Totalschäden von Flugzeugen. Bei 6 davon kamen 188 Menschen ums Leben.

  • Am 5. September 1954 verunglückte eine Lockheed L-1049C Super Constellation der niederländischen KLM (Luftfahrzeugkennzeichen PH-LKY) auf dem Flug von Shannon zum Flughafen New York-Idlewild. Die Maschine schlug beim Start 31 Sekunden nach dem Überfliegen des Starbahnendes im Schlamm des Flusses Shannon auf. Bei dem Unfall wurden 28 der 56 Insassen getötet, 3 Besatzungsmitglieder und 25 Passagiere. Die Rettungsarbeiten wurden erst eingeleitet, nachdem sich der Navigator durch das Flussdelta zum Flughafen durchgekämpft hatte. Gründe waren vorzeitiges Einfahren der Landeklappen und verfrühte Reduzierung der Motorleistung sowie ein schon länger defektes Warnlicht für den Einfahrzustand des Fahrwerks (siehe auch KLM-Flug 633).
  • Am 15. Juli 1956 befand sich eine fabrikneue Convair CV-440 der schweizerischen Luftfahrtgesellschaft Swissair (HB-IMD) auf ihrem Überführungsflug in die Schweiz. Von Gander kommend stürzte sie im Anflug auf den Flughafen Shannon ab, als die Endanflugkurve sehr tief und zu steil geflogen wurde und es zum Strömungsabriss kam. Die vier Besatzungsmitglieder, drei Amerikaner und ein Schweizer, starben. Als beitragender Unfallfaktor wurde Übermüdung ermittelt.
  • Am 26. Februar 1960 stürzte eine Douglas DC-7C der Alitalia (I-DUVO) auf dem Weg von Rom über Shannon nach New York-Idlewild kurz nach dem Start in Shannon aus unbekannten Gründen ab. Von den 52 Menschen an Bord starben 34.
  • Am 10. September 1961 stürzte eine Douglas DC-6B der US-amerikanischen President Airlines (N90773) etwa eine Minute nach dem Abheben vom Flughafen Shannon ab. Die Maschine sollte nach Gander (Neufundland) fliegen und geriet in eine immer steiler werdende Linkskurve, bis sie schließlich mit etwa 90 ° Schräglage 1500 Meter von der Startbahn entfernt in den Fluss Shannon stürzte. Alle 83 Menschen an Bord, 6 Besatzungsmitglieder und 77 Passagiere, kamen ums Leben. Als Ursache dieses zweitschwersten Unfalls einer DC-6 wird ein technischer Defekt angenommen.
  • Am 30. September 1977 kam es bei einer Bristol Britannia 253 der irischen Interconair (EI-BBY) kurz vor der Landung auf dem Flughafen Shannon zu starken Vibrationen. Der Anflug wurde abgebrochen und ein Durchstarten eingeleitet. Die Maschine sank jedoch weiter, schlug vor der Landebahn auf und sprang wieder hoch, wobei die rechte Tragfläche abbrach. Sie rutschte weiter, fing Feuer und brannte aus. Alle 6 Insassen, 4 Besatzungsmitglieder und 2 Passagiere, überlebten den schweren Unfall.